Aktionsgruppe www.puure-huus.ch Bulletin Nr. 60


 

 

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

Jetzt reicht’s!

 

 

 

Zur Einführung der DMA

 

Da bleibt sogar einem angepassten Arzt die Spucke weg! Dass das BAG seit Jahren die Ärzte mit grossem Erfolg für dumm verkauft, dürften jetzt auch die letzten Kolleginnen und Kollegen bemerkt haben. Dass aber die Missgunst und das Misstrauen gegenüber der Ärzteschaft so massiv sind, dass sogar der demokratische Wille der Zürcher Bevölkerung mit Füssen getreten wird, ist erschreckend.

 

 

Rückblick

Sie erinnern sich vielleicht noch schwach daran, dass das Zürcher Stimmvolk vor knapp einem Jahr „Ja zur Wahlfreiheit beim Medikamentenbezug„ gesagt hat. Dank unsern volksverbundenen Apothekern liegt das Geschäft bald ein Jahr auf dem Tisch des Bundesgerichts, das sich offenbar durch den Volkswillen auch nicht zur übermässigen Eile treiben lässt. Man wagt es kaum zu hoffen, dass der höchstrichterliche Entscheid in den nächsten Tagen endlich eintrifft, damit die Verordnung des Kantons auf den 1.1.2010 in Kraft treten kann. Wer weiss, vielleicht finden die Apotheker einen Winkeladvokaten, der ihnen bei der Anfechtung der Verordnung behilflich ist.

 

 

 

Aktuell

Und nun das Abschiedsgeschenk von Couchepin an die Apotheken! Das Monopol der Grossapotheken soll in der ganzen Schweiz endgültig etabliert werden, so wollen es das BAG, die WHO, und angeblich alle umliegenden Länder! Damit sollen die grossen Apothekerketten in den Agglomerationen das Monopol erhalten, als akademisch geleitete Gemischtwarenhandlungen rezeptpflichtige Medikamente - unter direkter Rechnungsstellung an die Krankenkassen - zu verkaufen! Alle Ärztinnen und Ärzte werden genüsslich dem Generalverdacht unterstellt, ihre Therapieentscheide von persönlichen finanziellen Vorteilen abhängig zu machen. Auf dem Lande, wo sich die Umsätze von den Apotheken nicht erreichen lassen, da sollen die Ärztinnen und Ärzte weiterhin das unternehmerische Risiko tragen!

 

Wie setzten die Ärzte den Volkswillen ab dem 1. Januar 2010 im ganzen Kanton Zürich selber um?

Unsere Geduld ist zu Ende. Wir müssen uns überlegen, wie wir den Volksentscheid vom 30. November 2008 ab dem 1.1.2010 selber umsetzten. - Couchepin, Apotheker, Bundesgericht, Bundesbeamte und Standespolitiker hin oder her! - Reichen Sie auf jeden Fall noch heute das Gesuch zur Führung einer ärztlichen Privatapotheke an die Kantonale Heilmittelkontrolle Zürich ein! Das Formular erhalten sie über den untenstehenden Link.

 

http://www.heilmittelkontrolle-zh.ch/documents/admis/20071213102056/FRM40310DHBGesuchrztlichePrivatapothekeA_200986105811.pdf

 

Die Gesundheitsdirektion wird wahrscheinlich bis zum Vorliegen des positiven Bundegerichtsentscheides keine Bewilligungen erteilen. Falls bis zum 1.1.2010 kein oder ein negativer Entscheid des Bundesgerichtes vorliegt, werden wir Ärzte uns überlegen müssen, den Volkswillen selber umsetzen. Das heisst, jene Patienten, die die Medikamente gern bei uns beziehen möchten, würden diese bei uns erhalten. Denn unsere Patienten werden sehr wohl beurteilen können, ob sie das wollen oder nicht. Die Apotheker werden dann mit Sicherheit alle volkstreuen Ärztinnen und Ärzte anzeigen, der Kantonsapotheker wird die Privatapotheken schliessen, die Medikamente einziehen, saftige Bussen verteilen und so weiter und so weiter. Die Standesvertreten werden uns glaubhaft aufzeigen, dass das der falsche Weg sei und das Volk und die Politik uns bestrafen werden. Die geldgierigen Ärzte werde man schon zur Räson bringen. - Jeder überlege sich selber, wie wir endlich den Volksentscheid umsetzten könnten.  Gute Ideen helfen uns bei der weiteren Planung!

 

 

 

Zu den Medikamentenkosten

 

 

 

 

 

 

Br Couchepin hat die Aufforderung zum Rücktritt von Jacques de Haller nicht vergessen und uns vor seinem unrühmlichen Abgang noch ein Ei gelegt. Wir sind überzeugt, dass er aus Rache und wider besseren Wissens, vor allem aber ohne politische Notwendigkeit die DMA angegriffen hat. Ihm sind die Santé Suisse Zahlen zu den Medikamentenkosten sicher bekannt. Auch die meisten Journalisten dürften sie kennen. Warum nur schwatzen trotzdem alle den Apothekern Dinge nach, die offenkundig falsch sind? Eine falsche Aussage wird auch durch tausendfache Wiederholung nicht wahr. Wir müssen aber dafür sorgen, dass die Wahrheit zehntausendfach verbreitet wird!

 

(Klick auf die Grafik vergrössert sie)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zur Förderung der Hausarztmedizin

 

Die Schaffung des Institutes für Hausarztmedizin an der Universität Zürich ist eine gute Sache. Die Regierung und viele Kolleginnen und Kollegen freuen sich darüber. - Ich auch, aber damit wird die Attraktivität des Hausarztberufes nicht verbessert!

Die Gesundheitsfunktionäre werden es nicht fassen, aber die Aufhebung des Zulassungsstopps – so er dann auch tatsächlich kommt – wird nichts daran ändern, dass der Hausärztemangel in Stadt und Land weiter grassieren wird. Die Notfallversorgung wird schon heute auf Kosten der gutmütigen Kolleginnen und Kollegen sichergestellt. Der Notfalltarif ist eine Verhöhnung der Ärzteschaft. Ob ein Notfall vorliegt oder nicht, wird durch die Patienten bestimmt, ob das uns, den Kassen oder den Politikern passt oder nicht. Die Krankenkassen überprüfen nach Wochen, ob es nach der Definition des TARMED ein Notfall war oder nicht und korrigieren gegeben falls die Rechnung und teilen dem Patienten mit, der Arzt hätte ihm unrechtmässig einen Zuschlag verrechnet. Deshalb werden 90-95% der Patientennotfälle durch die Ärzte ohne Aufschlag behandelt, obwohl sie zu vermehrtem Aufwand in der Praxis führen. Der Tarifschutz verbietet es auch, vom Patienten einen „Tankstellenzuschlag“ zu verlangen. Das spezielle Kundenbedürfnis muss befriedigt werden, aber eben unentgeltlich. Wie lange noch liebe Kolleginnen und Kollegen?

 

 

 

„Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit“ auch bei der Qualitätssicherung!

 

Das KVG schreibt vor, dass medizinische Leistungen dem Prinzip der Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit entsprechen müssen. Wie steht es mit der imperativ geforderten Qualitätssicherung. Die zum Teil unsinnigen Qualitätssicherungsmassnahmen in der Praxis haben bis heute nur gekostet und schaffen Auftragsvolumen für die Industrie, Leben gerettet oder verlängert haben sie noch nie.

 

 

 

Ohne Ärzte ist unser Gesundheitssystem Makulatur!

 

Die Tarifverhandlungen der Ärzte mit den Krankenkassen gleichen dem Gang eines mittellosen Bürgers ins Sozialzentrum. Im Zentrum angelangt, teilt man ihm mit, was er zum Leben braucht. Sollte er daneben noch Einkünfte generieren, verliert er bald den Anspruch auf die Leistungen des Staates. Warum lösen wir uns denn eigentlich nicht vom „Staat“ und kündigen die Verträge mit den Krankenkassen? Haben wir Angst vor der Tariffestsetzung der Kantone? Warum widersetzen wir uns nicht dem Tarifdiktat? Können Sie sich vorstellen, dass die ganze Ärzteschaft wegen Widerhandlung gegen das KVG strafrechtlich verfolgt wird? Der Grund, dass die Ärzteschaft am Gängelband der Kassen und Politiker geht, ist offensichtlich. Die ganze Welt weiss, dass man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit damit rechnen kann, dass die einzelnen Ärztinnen und Ärzte an der Solidarität ihrer Kolleginnen und Kollegen zweifeln. Es gibt einen Weg, sich der Solidarität der Kolleginnen und Kollegen zu versichern. Dieser Weg könnte etwa wie folgt aussehen: Die Ärztin und der Arzt unterschreibt die Kündigung des Vertrages und schickt ihn an einen bezeichneten Rechtsanwalt mit dem Auftrag, diese Kündigung an die Vertragspartner weiter zu leiten, falls die Kündigungen von  weiteren 999 Kolleginnen und Kollegen beim ihm eingegangen sind. Falls die Zahl 999 bis am XX.XX.20XX wider Erwarten nicht erreicht wird, sind die Kündigungen an die Absender zu retournieren. Wer könnte das wohl organisieren?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Redaktion der 60. Ausgabe

 

Die "Puure-Hüüsler"

 

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